Der Finanz-Springbrunnen – die Basis für dein Geld

Autoren: Maximilian Estl, Stefan Wagner

Wie viel Geld gehört aufs Girokonto, aufs Sparkonto und in Investments?

Diese Frage stellen sich viele Menschen, wenn sie beginnen, sich ernsthaft mit ihren Finanzen zu beschäftigen. Eine Zahl, die für alle passt, gibt es dabei nicht! Die richtige Aufteilung hängt von der persönlichen finanziellen und beruflichen Situation oder von den eigenen Zielen ab.

Ein hilfreiches Grundprinzip lässt sich aber bildlich erklären: der Finanz-Springbrunnen.

1. Ebene: Das Girokonto

Damit der Springbrunnen überhaupt fließen kann, braucht er Wasser. In diesem Bild sind das die finanziellen Einnahmen. Diese Einnahmen, z. B. Lohn, Gehalt oder Transferleistungen, landen zuerst am Girokonto. Von dort werden alle laufenden Ausgaben bezahlt: Miete, Lebensmittel oder Freizeitaktivitäten. Entscheidend ist, dass am Girokonto jederzeit genug Geld vorhanden ist, um zumindest diese Ausgaben problemlos zu decken. Zusätzlich empfiehlt sich ein kleiner Puffer, der überraschende Mehrausgaben abdeckt und hilft, Stress oder Überziehungszinsen zu vermeiden. 
 

2. Ebene: Das Sparkonto 

Ist die erste Ebene, also das Girokonto, ausreichend gefüllt, fließt Geld in die nächste Ebene weiter – auf das Sparkonto. Dort ist es bei einer Bank sicher verwahrt und wirft im Idealfall sogar Zinsen ab. Bei österreichischen Banken sind Einlagen pro Kund:in bis zu 100.000 Euro durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt, das Risiko ist also sehr gering. Auf dem Sparkonto liegt Geld für Notfälle, etwa ein kaputtes Handy oder eine defekte Waschmaschine. Aber auch für kurzfristige bis mittelfristige Ziele, z. B. den nächsten Urlaub oder ein neues Auto. Es dient der Sicherheit, nicht dem Vermögensaufbau. Drei bis sechs Monatsgehälter als Puffer für Notfälle sind empfehlenswert. 

3. Ebene: Die Investments

Ist auch das Sparkonto gut gefüllt, kann Geld in die dritte und letzte Ebene des Finanz-Springbrunnens fließen: in langfristige Investments. Hier beginnt der eigentliche Vermögensaufbau. Ziel ist es, über kluge finanzielle Entscheidungen zumindest den Wertverlust durch die Inflation auszugleichen und langfristig Vermögen aufzubauen. Dafür muss das Geld über mehrere Jahre investiert bleiben, sollte also in dieser Zeit möglichst nicht benötigt werden. Je nach der persönlichen Einstellung und Risikobereitschaft können unterschiedliche Anlageformen gewählt werden, z. B. Wertpapieren wie Aktien oder ETFs. Höhere Renditechancen bedeuten dabei oft auch ein höheres Risiko.

Durch diese Dreiteilung lassen sich drei Ziele gleichzeitig erreichen: ausreichend Liquidität für den Alltag am Girokonto, finanzielle Sicherheit am Sparkonto und langfristiger Vermögenszuwachs durch Investments.

Abschließend gilt festzuhalten, dass diese Darstellung einen Idealzustand beschreibt. Nicht allen Menschen ist es – etwa aufgrund ihrer Einkommenssituation – möglich, alle drei Ebenen gleichzeitig oder im empfohlenen Ausmaß zu befüllen. Der Finanz-Springbrunnen soll daher keine starre Vorgabe sein, sondern eine Orientierung bieten. Jede noch so kleine Verbesserung der eigenen finanziellen Struktur ist ein Schritt in die richtige Richtung.