Finanzbildung hautnah – mein Blick hinter die Kulissen
Autorin: Lisa Böhm
Als ich meine Job-Rotation im Bereich Finanzbildung startete, hatte ich eine grobe Vorstellung: Workshops, Bildungsangebote, Zahlen. Doch was das wirklich bedeutet, habe ich erst in den Klassenzimmern bei den FinanzFit-Workshops und der OeNB Kids-Tour mit dem Euro-Bus gespürt. Vier Monate lang durfte ich hinter die Kulissen blicken, bei der Organisation von Workshops unterstützen, Zahlen und Entwicklungen analysieren und gleichzeitig live erleben, wie junge Menschen über Geld diskutieren, Fragen stellen und manchmal auch ganz schön ins Grübeln kommen.
Ich habe gesehen, wie spannend Finanzthemen werden können, wenn man sie richtig vermittelt. Und das ist auch dringend nötig: Denn die Nachfrage nach Finanzbildungs-Workshops wächst von Jahr zu Jahr. Allein 2024 fanden österreichweit 788 Workshops statt – fast 90 mehr als im Jahr davor. Besonders stark war das Wachstum in Vorarlberg (+ 51 %), Niederösterreich (+ 50 %) und Kärnten (+ 46 %). Wien liegt mit 380 Workshops an der Spitze, gefolgt von Tirol (231) und Oberösterreich (204).
Was die Schüler:innen bewegt
Insgesamt konnten 2023 und 2024 über 46.000 Schülerinnen und Schüler in mehr als 2.100 Klassen erreicht werden – eine beeindruckende Zahl. Doch vor Ort wird spürbar was dahintersteckt: volle Klassenzimmer, lebhafte Debatten über Bargeld oder Karte und neugierige Fragen zur Inflation. Genau diese Momente machen sichtbar, warum die Workshops so gefragt sind.
Besonders beliebt waren die Themen Geldleben (335 Workshops), Geldanlage (266) und Geldpolitik (259), Auch die Workshoptage für die Sekundarstufe I mit ihren drei Modulen fanden großen Anklang (190). Dabei war es egal ob AHS, HAK oder HTL – überall zeigten die Jugendlichen die gleiche Neugier: Interesse am Umgang mit Geld im Alltag, aber auch an den größeren Zusammenhängen der Wirtschaft.
Mein persönlicher Blick
Für mich war es spannend, die Brücke zwischen Zahlen und Praxis zu erleben: von den Abläufen in der Organisation bis hin zu den Reaktionen der Schülerinnen und Schüler in den Workshops. Besonders die OeNB Kids-Tour hat mir gezeigt, wie leicht Finanzbildung auch für Volksschulkinder gestaltet werden kann. Ein spielerischer Zugang, bei dem Kinder Finanzthemen fast nebenbei aufnehmen. Ich durfte erleben, wie leicht es sein kann, Neugier zu wecken und Kinder zum Staunen zu bringen – und wie wichtig es ist, früh zu beginnen.
Nach vier Monaten nehme ich mit: Finanzbildung ist nicht nur eine Aufgabe, sondern eine Investition in die Zukunft – und zwar in die der jungen Generation.