Mitdenken, Mitentscheiden – Finanz- und Verbraucher:innenbildung im Kindergarten
„Mitdenken, Mitentscheiden“ ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Oesterreichischen Nationalbank und dem Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (Sozialministerium). Ziel ist es Kindergartenkinder für die Themen SPAREN − KAUFEN − VERKAUFEN zu sensibilisieren: Was brauche ich, was will ich, was macht mich glücklich und zufrieden?
Gestartet wurde im Herbst 2023 mit dem Pilotprojekt „Geldwert – Wertvoll “ gemeinsam mit dem Land NÖ (Abteilung für Kindergärten). 17 niederösterreichische Landeskindergärten (Bezirk Bruck an der Leitha) nahmen mit 54 Gruppen und ca. 65 Elementarpädagog:innen teil. Das entspricht in etwa einem Drittel aller Kindergärten im Bezirk. Erreicht wurden dadurch 1.252 Kindergartenkinder, wovon 322 Kinder im letzten, verpflichtenden Kindergartenjahr waren.
Die Umsetzung des Pilotprojekts wurde von der Gruppe Finanzbildung der OeNB wissenschaftlich evaluiert, um Aussagen über die Implementierung des neu geschaffenen Bildungsangebots zu treffen. Im Februar 2025 wurde der Abschlussbericht mit allen wesentlichen Erkenntnissen aus den Befragungen von Elementarpädagog:innen und Eltern veröffentlicht.
Auf Basis der Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt wurden die Materialien und die Fortbildung für Pädagog:innen weiterentwickelt und sollen zukünftig Kindergärten in ganz Österreich zur Verfügung gestellt werden können.
Ziele des Projekts:
- Stärkung von Finanzbildung (Themen rund um Geld und Sparen) und Verbraucher: innenbildung (Themen rund um Konsum)
- Fachliche Weiterbildung der Elementarpädagog:innen in diesen Themenbereichen
- Weiterbildungsangebot für Eltern als Bildungspartner:innen
- Entwicklung neuer Materialien für den Kindergarten vom Sozialministerium in Kooperation mit der OeNB
- Austausch mit Expert:innen aus der elementaren Bildung und Beitrag zur wissenschaftlichen Forschung im Bereich Finanz- und Verbraucher:innenbildung für Kinder von 3-6 Jahren.
Informationen zur Evaluation Pilotprojekt Kindergarten „Geldwert – Wertvoll“
Generationen gemeinsam sicher: Projekttage zu Geld und Betrug
in Kooperation mit GEMEINSAM.SICHER (Bundesministerium für Inneres)
Jetzt anmelden und Generationen gemeinsam sicher machen!
Die OeNB und GEMEINSAM.SICHER haben sich partnerschaftlich wichtige Ziele gesetzt: die Sensibilisierung und Stärkung der Resilienz von Bürger:innen in Österreich, insbesondere Schüler:innen und Senior:innen in den Themen sicheres Bezahlen und Betrugsmaschen im finanziellen Bereich. Denn Finanz-Betrug kann jede und jeden treffen – egal ob jung oder alt! Bei „Generationen gemeinsam sicher: Projekttage zu Geld und Betrug“ arbeiten Schulklassen und Seniorinnen und Senioren zusammen. Dabei entsteht ein wichtiger generationsübergreifender Prozess, bei dem Wissen und persönliche Erfahrungen ausgetauscht werden.
Kooperation Wirtschaftsuniversität Wien
Die OeNB und das Institut für Wirtschaftspädagogik der Wirtschaftsuniversität Wien stellten 2016 ihre bereits bestehende Zusammenarbeit durch eine Kooperationsvereinbarung auf eine strukturierte und verbindliche Ebene.
Die Kooperation dient der bestmöglichen Förderung der Finanzbildung in Österreich und beinhaltet vier Kernbereiche:
1. Gemeinsame Forschung
2. Gemeinsame Lehre
3. Gegenseitige Unterstützung bei der Durchführung von Veranstaltungen
4. Gemeinsame Kommunikation
Die Kooperation wertet die Lehrer:innen-Ausbildung durch lebensrelevante Finanzbildungsinhalte deutlich auf und stärkt die Position der OeNB als führende Finanzbildungsinstitution in Österreich. Gerade die Lehrer:innen-Ausbildung ist aus Sicht der OeNB besonders interessant, da die angehenden Lehrkräfte unsere Inhalte an die Schulen weitertragen sollen.
Die bereits existierende Kooperation mit dem Institut wird somit intensiviert. So ergeben sich weitere Synergien durch die gemeinsame Konzeption und Durchführung von Konzepten und Auswertung von empirischen Daten sowie die Arbeit mit den Studierenden.
Beide Kooperationspartner stellen für diese Zusammenarbeit Personal nach Maßgabe der eigenen Ressourcen zur Verfügung. Aus dieser Kooperation ergeben sich keine wechselseitigen finanziellen Verpflichtungen.
Kooperation Universität Wien
Die im Jahr 2022 zwischen der OeNB und der Universität Wien abgeschlossene Kooperationsvereinbarung verschriftlicht eine bereits seit Jahren bestehende und für beide Seiten gewinnbringende Zusammenarbeit. Diese wurde nun durch die Unterschriften von OeNB-Gouverneur Robert Holzmann, OeNB-Hauptabteilungsleiterin Petia Niederländer und der Vizerektorin der Universität Wien ao. Univ.-Prof. Dr. Christa Schnabl formalisiert.
Durch die Zusammenarbeit haben Lehramtsstudierende des Unterrichtsfaches „Geographie und wirtschaftliche Bildung“ (GWB) die Möglichkeit, ihre Praxisphase im Masterstudium Lehramt im Rahmen der Finanzbildungsmaßnahmen der OeNB zu absolvieren. Das bedeutet konkret, dass die Studierenden Workshops zu den Themen der Finanzbildung an Schulen in ganz Österreich durchführen. Durch eine umfassende fachliche Schulung vertiefen die zukünftigen Lehrpersonen des Unterrichtsfaches GWB zusätzlich ihr Wissen und ihre Kompetenzen im Bereich der finanziellen Bildung. Das Unterrichtspraktikum wird im Studium vollumfänglich im Ausmaß von 9 ECTS-Punkten angerechnet.
Für die OeNB, die Universität Wien und die Studierenden ergibt sich dadurch eine Win-Win-Win-Situation. Die OeNB kann für die Durchführung ihrer Finanzbildungsprogramme auf gut ausgebildete Studierende zurückgreifen, die Universität Wien verstärkt durch die zusätzlichen Praktikumsplätze im Rahmen des Masterstudiums die praxisnahe Ausbildung zukünftiger Lehrpersonen und die Studierenden vertiefen ihre fachliche Ausbildung weiter und sammeln reichlich Unterrichtserfahrung.
Die Zusammenarbeit zwischen der OeNB und der Universität Wien wird künftig auch auf wissenschaftlicher Ebene verstärkt. Die Abteilung für Finanzbildung der OeNB und die Arbeitsgruppe Fachdidaktik GWB der Universität Wien arbeiten gegenwärtig gemeinsam an einer Studie zum Verständnis von finanzieller Bildung unter GWB-Lehramtsstudierenden. Die Kooperationspartner erwarten sich durch die umfangreiche Erhebung einen Erkenntnisgewinn zu den Vorstellungen von Studierenden im Bereich der finanziellen Bildung, ihren Bedürfnissen und Erwartungen, sowie einer Selbsteinschätzung der im Studium erworbenen Kompetenzen. Für die Universität Wien lassen sich daraus Rückschlüsse für die Weiterentwicklung der Curricula und des Lehrveranstaltungsangebots ableiten.
Kooperation Pädagogische Hochschule Burgenland
Zweck der im Jahr 2023 geschlossenen Kooperation ist die Stärkung des Bereichs wirtschaftliche Bildung und Finanzbildung im Rahmen der Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte für die Primar- und Sekundarstufe. Für die OeNB trägt die Kooperation zu einer Verbesserung der Qualität der Finanzbildungsprogramme bei, die Studierenden der PH Burgenland profitieren durch die zusätzliche Professionalisierung unterrichtsrelevanter Kompetenzen im Bereich Finanzbildung. Zwischen den Kooperationspartnern besteht bereits eine informelle Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Finanzbildung. Mit der Vereinbarung wird diese Zusammenarbeit auf eine verbindliche Basis gestellt.
Im Rahmen der Kooperation führen Studierende der PH Burgenland die Workshops der Kids-Tour sowie die FinanzFit-Workshops in unserem Auftrag an Schulen in ganz Österreich durch. Jedes Semester können sich Studierende für dieses Praktikum bewerben und erhalten im Gegenzug 5 ECTS-Punkte als freies Wahlfach angerechnet.
Stiftung Wirtschaftsbildung
Die Stiftung für Wirtschaftsbildung wurde Ende 2020 mit dem Ziel gegründet, eine neutrale, evidenzbasierte Plattform zur nachhaltigen Stärkung und Verankerung einer breiten, lebensweltbezogenen Wirtschafts- und Finanzbildung in der schulischen und außerschulischen Allgemeinbildung in Österreich zu errichten.
Die Gründungsorganisationen der Stiftung sind die Arbeiterkammer, DIE ERSTE österreichische Spar-Casse Privatstiftung (ERSTE Stiftung), Industriellenvereinigung, MEGA Bildungsstiftung, Oesterreichische Nationalbank (OeNB) und Wirtschaftskammer.
Um das Ziel der Förderung von lebensweltbezogener Wirtschafts- und Finanzbildung zu erreichen, wurde von der Stiftung u. a. ein Schulpilot ins Leben gerufen. Im Schulpiloten werden ca. 60 Schulen der Sekundarstufe I – aufgeteilt auf zwei Kohorten über vier Jahre (Kohorte 1 seit dem Schuljahr 2022/23 und Kohorte 2 seit dem Schuljahr 2023/24) – bei der Umsetzung eines Wirtschaftsbildungsschwerpunktes mittels eines breiten Unterstützungsangebotes der Stiftung begleitet. Das Unterstützungspaket besteht u. a. aus neu entwickelten Lehr- und Lernmaterialien, Lehrkräfte-Fortbildungen, Vernetzungsmöglichkeiten zwischen Schulen und Wirtschaft sowie finanzieller Förderung.
In einem Konsortium mit dem IHS (Institut für Höhere Studien) und der Universität Duisburg-Essen begleiten wir als Gruppe Finanzbildung der OeNB den Schulpiloten über fünf Jahre wissenschaftlich, um evidenzbasierte Aussagen über die Wirkungen des Schulpiloten treffen zu können. Zur Anwendung kommt dabei ein quasi-experimentielles Mixed-Methods-Evaluationsdesign.
Informationen zur Wirkungsmessung Schulpilot Wirtschaftsbildung
Kooperation Vorarlberger Finanzführerschein
Seit 2006 vermittelt der Vorarlberger Finanzführerschein Kindern und Jugendlichen altersgerechte und lebensnahe finanzielle Kompetenzen. Das Projekt wird vom Land Vorarlberg finanziell unterstützt, von der ifs Schuldenberatung koordiniert und von zahlreichen Partnerorganisationen, darunter auch die Oesterreichische Nationalbank, mitgetragen. Diese österreichweit einzigartige und vorbildliche Kooperation vereint eine Vielzahl von Organisationen, die sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld in Österreich engagieren.
Je nach Alter haben Jugendliche unterschiedliche Möglichkeiten und Interessen im Umgang mit Geld. Daher passt sich der Vorarlberger Finanzführerschein mit seinen drei Stufen S, M und L dem Alter der Teilnehmenden an., Die OeNB ist insbesondere in der Stufe L mit ihren FinanzFit-Workshops für die Sekundarstufe II aktiv dabei. Um den Finanzführerschein zu erhalten, muss eine Mindestanzahl von Workshops besucht werden. In der Stufe L sind neben dem verpflichtenden Modul der ifs Schuldenberatung mindestens zwei zusätzliche Workshops erforderlich.
Zu den Projektpartnern gehören neben den bereits erwähnten Organisationen (in alphabetischer Reihenfolge) auch das aha-Jugendinformationszentrum, die Arbeiterkammer Vorarlberg, das Arbeitsmarktservice Vorarlberg, die Bank für Tirol und Vorarlberg, die Hypo Vorarlberg Bank AG, die Volksbank Vorarlberg e. Gen., die Vorarlberger Raiffeisenbanken, die Vorarlberger Sparkassen, die Vorarlberger Volkswirtschaftliche Gesellschaft und die Wirtschaftskammer Vorarlberg.
Termine können direkt mit den Kontaktpersonen oder über das Buchungsformular auf der Website fitfuersgeld.at vereinbart werden.