Wie Betrüger:innen unser Vertrauen ausnutzen und was man dagegen tun kann
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Autor:innen: Nina Gehringer, Katharina Ederer, Stefan Wagner
So etwas passiert doch immer nur den anderen: Ein unbedachter Klick auf einen Link, ein Telefonat mit einer bzw. einem angeblichen Bankmitarbeiter:in, die Weitergabe von Daten. Aber es passiert eben nicht immer nur den anderen. Betrüger:innen setzen eine Vielzahl psychologischer Tricks ein, um Menschen zu täuschen.
Was Betrug ist – und wie er abläuft
Betrug ist eine Straftat, bei der Täter:innen ihre Opfer gezielt täuschen, um sich einen finanziellen Vorteil zu verschaffen. Sie erzählen glaubwürdig klingende Geschichten, um Vertrauen aufzubauen und Menschen dazu zu bringen, z. B. Geld zu überweisen, oder persönliche Daten preiszugeben.
Wie verbreitet das Phänomen ist, zeigt die Anzeigenstatistik: 2025 wurden in Österreich 63.459 Fälle von Internetkriminalität angezeigt. Im Vergleich zu 2015 hat sich diese Zahl mehr als versechsfacht. Da Betrug häufig mit Scham verbunden ist und nicht angezeigt wird, dürfte die tatsächliche Zahl deutlich höher liegen.
Betrüger:innen passen ihre Geschichten laufend an neue Situationen an. Dennoch folgen die meisten Betrugsversuche denselben drei Schritten:
- Eine glaubwürdige Geschichte erzählen
Entweder werden besonders attraktive Angebote oder angebliche Gefahren und Notlagen präsentiert, die sofortiges Handeln erfordern. - Emotionen gezielt auslösen
Angst, Stress, Unsicherheit, Hilfsbereitschaft oder Freude sollen dazu führen, dass Betroffene weniger kritisch hinterfragen. - Zum Handeln drängen
Häufig werden Geld, Daten oder Wertgegenstände verlangt, meist unter Zeitdruck und verbunden mit der Aufforderung, niemanden zu informieren.
Was schützt: Regeln für den Alltag
Die wichtigste Empfehlung lautet: wachsam bleiben, ungewöhnliche Situationen kritisch hinterfragen und eine gesunde Skepsis bewahren.
Es kann jede und jeden treffen: Betrogen zu werden ist kein persönliches Versagen. Die Betrugsmaschen sind darauf ausgelegt, zu funktionieren.
Warnsignale erkennen: Künstlicher Zeitdruck, Geheimhaltung und ungewöhnlich gute Angebote sind typische Warnzeichen.
Rücksprache halten: Bei Unsicherheit sollte immer mit Familienmitgliedern, Freund:innen oder offiziellen Stellen gesprochen werden.
Rückruf einfordern: Verdächtige Telefonate können jederzeit beendet werden. Für Rückrufe sollte ausschließlich die offizielle Telefonnummer der jeweiligen Institution verwendet werden.
Digitale Inhalte und Identitäten überprüfen: KI kann heute täuschend echte Bilder, Videos und Stimmen erzeugen. Deshalb sollten Identitäten, Profile, Online-Shops oder Investitionsangebote sorgfältig geprüft werden.
Wenn es doch passiert ist: Karte oder Zugang sofort sperren lassen, die Bank informieren, Anzeige bei der Polizei erstatten und alle relevanten Informationen sichern.
Im Zweifel gilt: Lieber einmal zu viel bei der Polizei nachfragen als einmal zu wenig.
Sicher bezahlen – eine wichtige Kompetenz zum Schutz vor Betrug
Betrüger:innen versuchen häufig, an Passwörter, TANs, PIN-Codes oder persönliche Daten zu gelangen. Deshalb sind grundlegende Sicherheitsmaßnahmen beim digitalen und bargeldlosen Bezahlen besonders wichtig.
Eine zentrale Schutzmaßnahme ist die starke Kund:innenauthentifizierung. Dabei werden mindestens zwei unabhängige Sicherheitsmerkmale kombiniert, etwa Passwort oder PIN, Smartphone oder Banking-App sowie biometrische Merkmale wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung.
Ebenso wichtig ist der sichere Umgang mit Passwörtern, TANs und persönlichen Daten. Für jedes Konto sollte ein eigenes, möglichst langes Passwort verwendet werden. TANs und Zugangsdaten dürfen niemals weitergegeben werden. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung sollte überall aktiviert werden, wo sie angeboten wird.
Auch die sichere Aufbewahrung des PIN-Codes trägt wesentlich zum Schutz vor Betrug bei. Er sollte niemals gemeinsam mit der Bankkarte aufbewahrt oder auf der Karte notiert werden. Kontoauszüge und Umsätze sollten regelmäßig kontrolliert werden.
Grundregel: Kein Geld an Unbekannte! Geldüberweisungen an Personen, die man nicht kennt oder nur online kennt, sind ein absolutes No-Go. Ebenso sollte das eigene Konto niemals für Zahlungen Dritter zur Verfügung gestellt werden.